Michael Zikeli ist neuer Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes

Michael Zikeli ist neuer Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes
Michael Zikeli ist neuer Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes

Das Don Bosco Flüchtlingswerk und seine Träger, die Salesianer Don Boscos, die Don Bosco Schwestern und „Jugend Eine Welt“ freuen sich und sind stolz, in Herrn Michael Zikeli nicht nur einen fachlich versierten, sondern auch einen für die Probleme geflüchteter Menschen sensibilisierten Geschäftsführer begrüßen zu dürfen.

 

Der 56jährige ist gebürtiger Rumäne der deutschen Minderheit in Siebenbürgen, wo er 27 Jahre gelebt hat. Seit 1989 lebt der Vater zweier Töchter und Großvater von zwei Enkelkindern in Österreich. Von Anbeginn an hat Michael Zikeli in unterschiedlichen Funktionen wie „Asyl und Migration“ und der“ Jugendarbeit“ bei der Caritas Wien gewirkt. Des Weiteren war er drei Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit in der Republik Moldau tätig. Am 1. September 2018 übernahm er die Geschäftsführung des Don Bosco Flüchtlingswerkes (DBFW). Gerne geben wir an dieser Stelle seine Worte wieder.

 

Michael Zikeli über seine Beweggründe, für das DBFW tätig zu sein

In Zeiten großer Ungewissheit in Bezug auf die Rechtliche und Gesellschaftspolitische Situation von geflüchteten Menschen ist es natürlich eine große Herausforderung, die Verantwortung für das DBFW zu übernehmen. Andererseits waren der Kontext und die Rahmenbedingungen, in denen Don Bosco zu seiner Zeit gewirkt hat, um ein Vielfaches schwieriger und gefährlicher. Das hat Don Bosco jedoch nicht aufgehalten. Es hat ihn vielmehr ermutigt, sich den Themen zu stellen und in einem von Kriegen und Konflikten geprägten Umfeld mit Nächstenliebe ganz konkrete Taten zu setzen. „Für die gefährdete Jugend gehe ich an den Rande der Verwegenheit“ argumentierte Don Bosco und setzte sich unbeirrt für seine Herzensangelegenheiten ein. Das ist es, was mich an der Geisteshaltung von Don Bosco imponiert.

 

Armutsüberwindung, Bildung, Umweltschutz, die Anliegen der Jugend sowie Flucht und Migration sind die Themen, die mich bewegen und berühren. Wenn es uns gelingt den Leitgedanken Don Boscos „Damit das Leben junger Menschen gelingt“ bei uns zu verinnerlichen und in der Gesellschaft zu verankern, wenn es uns gelingt, unsere Handlungen (politisch und gesellschaftlich), am Wohlergehen der jungen Menschen zu orientieren, dann ist es uns gelungen die Welt ein ganzes Stück besser und lebenswerter zu machen. Dafür lohnt es sich zu wirken, dafür möchte ich mich einsetzen.

 

Michael Zikeli über Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Unter der großen Anzahl an Armut gefährdeten oder armen Menschen (Frauen, Männer und Kinder) sind die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge wohl die Gruppe, die am verletzbarsten und damit am schutzbedürftigsten ist. Diese befinden sich in der problematischen Konstellation dass sie Minderjährig sind, dass sie Flüchtlinge sind und dass sie unbegleitet, ohne dem Schutz ihrer Familie, in ein ihnen fremdes Land geflüchtet sind. Junge Menschen brauchen Verständnis, Anleitung, Geduld und Empathie. Darauf haben sie ein Recht und das sollen sie auch bekommen. Jedoch erfahren geflüchtete Menschen, auch hier in Österreich, teilweise Ausgrenzung, Intoleranz und manchmal auch offenen Rassismus. Der politische Diskurs in Österreich ist derzeit bedauerlicherweise mehr aufs Spalten und weniger aufs Miteinander ausgerichtet. Dem gilt es entschieden entgegenzuwirken. Freundlich und behutsam in der Sprache, jedoch unmissverständlich und entschlossen in der Haltung.

 

Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, aus unterschiedlichen sozialen Schichten mit unterschiedlichen Bildungsniveaus birgt natürlich das Potential von Konflikten. Daher geht es in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung mit zugewanderten Menschen auch nicht um Konfliktfreiheit, sondern vielmehr darum, ob diese Konflikte fair und nach für alle Beteiligten gültigen und annehmbaren Regeln, ausgetragen werden. Für diese Fairness müssen wir uns als Organisation und als handelnde Personen vehement einsetzen. Dann kann ein gutes gedeihliches Miteinander gelingen.

 

Michael Zikeli

Geschäftsführer Don Bosco Flüchtlingswerk