Gott sei Dank: Dreifache Priesterweihe bei den Salesianern Don Boscos

Zwei Österreicher und ein Bayer wurden am 1. Juli in Benediktbeuern zu Priestern geweiht.

Dreifache Priesterweihe bei den Salesianern Don Boscos Foto: Wolf-Bild

"Danke für unsere Berufung. Es war nicht unsere Idee, dass wir hier heute stehen. Gott sei Dank“, lachend und sichtbar erleichtert stand Simon Härting am Sonntagmittag am Ambo der Basilika des Klosters Benediktbeuern und sprach im Namen der zuvor frisch geweihten Neupriester einige Dankesworte. Zweieinhalb Stunden Festgottesdienst lagen zu diesem Zeitpunkt hinter ihnen und den rund 900 Festgästen in der bis auf den letzten Platz gefüllten barocken Pfarrkirche.

 

Familie, Freunde, Weggefährten aus Schul- und Studienzeiten, Mitbrüder, Don Bosco Schwestern, Mitglieder der Don Bosco Familie in Deutschland und Österreich sowie viele junge Menschen aus den ehemaligen und aktuellen Wirkungsstätten der drei Salesianer hatten sich an diesem Sonntag auf den Weg ins oberbayerische Kloster Benediktbeuern gemacht, um Simon Härting (34), Johannes Haas (30) und Peter Rinderer (31) bei ihrer Priesterweihe im Gebet zu begleiten.

 

In seiner Predigt sage Bischof Oster wörtlich: „Ja, wir sind voller Dankbarkeit, dass da drei junge Männer ja gesagt haben zu einem Ruf des Herrn, der ihr ganzes Leben beansprucht. Ihr seid Menschen, durch die etwas hindurchgeht, von Gott zu den Anderen. Ihr seid Vermittler dessen, der in der Schrift der einzige Mittler genannt wird: der Gottmensch Jesus, der Christus.“

 

Es gibt Jesus und er liebt mich wirklich Der Salesianerbischof erinnerte zudem: „Wir haben als Salesianer sehr gute Gründe, ständig beschäftigt zu sein. Mit den jungen Menschen, zum Beispiel zu denen uns Don Bosco schickt.  In deren Kommunikationswelten im Internet oder auf dem Sportplatz oder wo auch immer sie sich aufhalten. Ja es ist gut und wichtig, dorthin zu gehen. Und es ist noch wichtiger, dorthin zu gehen, wo wirklich auch Not ist oder Armut oder Mobbing oder Einsamkeit oder Verunsicherung oder Krankheit oder Mangel an Bildung oder was auch immer Menschen zu schaffen macht, besonders den jungen. Und es ist wichtig, ihnen unsere Freundschaft anzubieten.

 

Und er sendet uns, dass wir Menschen werden, die ihn bezeugen vor den anderen, besonders vor den jungen Menschen, damit sie selbst in sich erfahren: ‚Es gibt tatsächlich Menschen, die es gut mit mir meinen. Und wenn diese Menschen sagen, dass sie für Jesus gehen, dann könnte es wohl auch sein, dass es Jesus auch gut mit mir meint, dass er mich wirklich gern hat. Und zwar noch lange bevor ich irgendwas geleistet habe.’“ Ganz ehrlich: Es ist für mich wieder ein kleines, großes Wunder, wenn ein Jugendlicher in diese Entdeckung findet: ‚Es gibt Jesus und er liebt mich wirklich.’ Im Grunde gehen wir als Salesianer zuerst und zuletzt genau dafür.

Aber Ihr geht dorthin auch in der Kraft des Herrn, zumindest sollt Ihr es – und daher ist es überlebenswichtig für Eure Berufung und Euren Dienst an den jungen Menschen zuerst und zunächst selbst beim Herrn zu sein und auch im Gehen bei Ihm zu bleiben.“

 

Die Neupriester zu ihrer Priesterweihe

Foto: Wolf-Bild

Johannes Haas: "Die Priesterweihe ist für mich ein Traum, der in Erfüllung geht. Ich wollte schon immer Priester werden - schon als kleiner Bub, als ich zu ministrieren begonnen habe. Mir hat dieser Beruf immer viel bedeutet, immer imponiert. Deswegen habe ich mich auf den Weg gemacht und bin dabeigeblieben."

 

Simon Härting: "Die Priesterweihe bedeutet für mich als Salesianer Don Boscos, noch einmal bewusster meine Berufung zu leben, bei den jungen Menschen zu sein und mich auch einzusetzen für das, was Don Bosco uns vorgelebt hat."

 

Peter Rinderer: "Die Priesterweihe ist ein großes Geschenk für mich. Ich habe vor zehn Jahren erkannt, dass das meine Berufung, mein Weg ist. Von dem her ist das jetzt so ein Höhepunkt, dem ich entgegengehe. Und ich freue mich sehr auf den Tag."

 

Primizfeiern am 8. und 15. Juli

Pater Peter Rinderer feiert die Primiz am 8. Juli um 9.30 Uhr in seiner Heimat Thüringerberg/Vorarlberg. Am 5. Juli wird er auf Radio Vorarlberg live von 13 bis 14 Uhr zu Wort kommen.

 

In seinem Heimatort feiert Pater Johannes Haas die Primiz am 15. Juli um 10 Uhr in Schardenberg/Oberösterreich.

 

Pater Johannes M. Haas SDB: Der Liturge und Sänger "Priester sein, heißt für mich, Diener sein, ohne Angst zu haben, einfach da zu sein für die Menschen, sich Zeit zu nehmen für sie, zuhören, sie begleiten, offen sein."

 

Johannes Maria Haas SDB wurde 1987 in Schardenberg/Oberösterreich geboren. Er besuchte das Aufbaugymnasium in Horn, das er 2007 mit der Matura abschloss. Im Canisiusheim lernte er die Salesianer und Don Bosco kennen und entschloss sich, selbst der Ordensgemeinschaft beizutreten. Nach der Vorbereitungszeit in Wien und im internationalen Noviziat in Italien legte er 2009 die Erste Profess ab. Von dort ging Johannes zum Studium der Philosophie, Theologie und der Sozialen Arbeit nach Benediktbeuern in Oberbayern. Ein sozialpädagogisches Praktikum absolvierte er im Wiener Don Bosco Haus. Er ist in der Salesianischen Jugendbewegung engagiert und ein guter Sänger. Mit seiner Stimme bereichert Johannes als Kantor öfter Feste und Gottesdienste. Das Diakonat führte ihn in die Wiener Großstadtpfarre Stadlau. Im Sommersemester 2018 hat er sein Theologiestudium in Wien abgeschlossen. Auf den Jungpriester warten schon neue Aufgaben: Pater Haas wird die österreichweite Salesianische Jugendbewegung leiten.

 

Pater Peter Rinderer SDB: Vom Volontär zum Salesianer "Ich stehe im Dienst der Kirche und möchte es im Stil Don Boscos tun. Also wirklich ganz nah dran sein an den Menschen, die Frohe Botschaft verkünden, es mit Freude zu tun, Freude und Leid der Menschen zu teilen, ein guter Zuhörer zu sein, ein guter Begleiter - so stelle ich mir meinen Dienst als Priester vor."

 

Peter Rinderer SDB, geboren 1986, ist in Thüringerberg/Vorarlberg aufgewachsen. Nach der HTL-Matura wurde er Freiwilligenhelfer in einem Straßenkinderprojekt der Salesianer in Tijuana/Mexiko. Nach der Vorbereitungszeit im Noviziat legte er 2009 seine Erste Profess ab. Er studierte Philosophie und Soziale Arbeit in Benediktbeuern/Bayern und war im Don Bosco Flüchtlingswerk und im Schülerheim in Fulpmes pädagogisch tätig. In Wien qualifizierte er sich neben dem Theologiestudium in den Bereichen Sozialmanagement und Medienarbeit weiter und ist als freier Journalist tätig. Sein Diakonat verbrachte er in der Wiener Gemeinde Neuerdberg. Nach seiner Priesterweihe übernimmt Pater Rinderer die Aufgabe der Jugendpastoral im Wiener Salesianum. Weiters wird er für das Volontariat im In- und Ausland zuständig sein und im Fachbereich Jugendsozialarbeit auf Provinzebene mitarbeiten.

 

Simon Härting SDB: Pädagoge und Priester "Nach der Priesterweihe kommen viele Aufgaben auf mich zu. Ich freue mich auf das Neue, das, was ich lernen werde, was mir auf dem Weg begegnet, die vielen Menschen, die auf mich zukommen. Da bin ich ganz gespannt und offen. Das wird für mich eine lehrreiche, aber spannende Zeit."

 

Simon Härting SDB wurde 1983 in Landsberg am Lech/Oberbayern geboren. Nach seinem Abitur am dortigen Ignaz-Kögler-Gymnasium erlebte er die Salesianer Don Boscos während seines Studiums der Theologie und Sozialpädagogik in Benediktbeuern und verspürte hier zum ersten Mal seine Berufung zum Ordensmann. 2012 legte Simon Härting die zeitliche Ordensprofess als Salesianer Don Boscos ab und kam anschließend in das Don Bosco Jugendhilfezentrum Sannerz (Hessen), wo er in verschiedenen Verantwortungsbereichen und in der Pastoral des Hauses tätig ist. Im Mai 2017 folgten seine Ewige Profess und sein Diakonatspraktikum.

 

Damit das Leben junger Menschen gelingt

Die Salesianer Don Boscos (SDB) zählen mit etwa 15.300 Mitgliedern in 132 Ländern zu den größten Männerorden der katholischen Kirche. Gegründet vom italienischen Priester Johannes Bosco (1815-1888) kümmern sich die Mitbrüder besonders um benachteiligte Kinder und Jugendliche. Zur Österreichischen Provinz gehören rund 70 Ordensmitglieder, die sich zusammen mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vielen Ehrenamtlichen dafür einsetzen, damit das Leben junger Menschen gelingt.